Muttergebundene Aufzucht:

 

Das ist unser ganzer Stolz, und auch ein bisschen bezeichnend für unsere Denk und Handlungsweise.

 

Bis 2012 hatten wir wie bei uns überall üblich, kl. Kälberboxen, wo das Kalb direkt nach der Geburt hinverfrachtet wurde. Ein feines Strohbett und jeden Tag 2 Kübel Kuhmilch. Ab und zu ein paar Streicheleinheiten. Man denkt nicht viel, wenn es so Gewohnheit ist.

 

Irgendwann ist jedoch die Zeit gekommen, wo wir so einiges hinterfragt haben, und so auch dieses Thema. Für uns wäre es das natürlichste gewesen, das Kalb bei der Mutter zu lassen, und trotzdem zu melken. Nach einigen Recherchen, kamen wir dann zu einer Arbeitsgruppe in der Schweiz, die von der FIBL ausging. Die Arbeitsgruppe für „Muttergebunden Aufzucht“. Wie wir so drauf gekommen sind, gibt es noch andere Landwirte die sich mit diesem Themen beschäftigt haben, und wie breit gefächert das Gebiet ist. Von Ammenaufzucht (Kalb ist bei einer Leihmama) bis zur Aufzucht bei der richtigen Mama und verschiedene Stufen dazwischen, gibt es alles.

 

Kaum waren wir von dem Treffen zurück, schnappten wir uns 2 Stühle setzen uns auf den Futtertisch und nahmen unseren Stall, zwecks Umverteilung unter die Lupe. Wie können wir das umsetzen?

Es ging nicht lange, da kam das erste Kalb zur Welt. Für uns war klar, das sollte der erste Versuch werden.

Von einem Versuch kann man gar nicht mehr reden, denn seit diesem Kalb, bleiben bei uns alle Kälber bei der Mama. Wenn man das Spiel zwischen Kuh und Kalb beobachtet, die Augenblicke der fast nicht sichtbaren Kommunikation erhascht, und die Dankbarkeit der Kuh und der Kälber spührt, der kann kein Kalb mehr von der Mutter weg in eine Box sperren. Wir durften das lernen, und werden jeden Tag, wenn die Bande im Stall fangen spielt für das belohnt.

Es gibt natürlich nicht mehr die Mengen Milch, die wir früher hatten, und der Mehraufwand des Kindergartens ist mehr. Wir würden jedoch immer wider die Entscheidung treffen.